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Anbei meine im Handelsblatt veröffentlichten Leserbriefe:

Handelsblatt Nr. 199 vom 14.10.05 Seite 22

Kosten nicht im Griff

Zu unserer Analyse: "Porsche - Schneller David", Handelsblatt vom 5.10.2005

Die Porsche AG stand vor einigen Jahren kurz vor der Übernahme, hat dann aber ihre Kosten in den Griff bekommen, und ist heute erfolgreicher denn je.

Die Deutschland AG hat ihre Kosten schon seit Jahrzehnten nicht im Griff. Dummerweise ist eine "Übernahme" nicht sehr realistisch, daher besteht auch kein Druck, den Eigenverbrauch, sprich seine internen Kosten, unter Kontrolle zu bekommen. Stattdessen wird das "Betriebsinventar" veräußert und auf höhere Einnahmen durch steigende Preise (Merkels geplante Steuererhöhung) bei sinkendem Angebot (Subventionskürzungen & Agenda 2010) gesetzt. Dass dies bei steigendem Angebot an externen "Produktionsstätten" und Regionen mit niedrigerer Steuerbelastung nicht funktionieren kann, ist offensichtlich.

Solange aber den Managing Directors (=Bundestagsabgeordneten) nicht auffällt, dass es sich bei der Agenda 2010, die die von der EU beauftragten Strukturreformen beinhalten sollte, um Etikettenschwindel handelt, weil nicht eine einzige Reform einer Struktur enthalten ist, solange bleibt die Perspektive für die Deutschland AG so aussichtsreich wie die Gegenwart.

Echte Strukturreformen, wie die Zusammenlegung der 26 Rententräger, rufen aber sofort die Bedenkenträger vom Stellenabbau im Öffentlichen Dienst auf den Plan. Gerade hier aber sitzt das Problem: solange der Staat rund 50% der Wirtschaftsleistung erbringt, braucht er auch die entsprechenden Einnahmen, um die nötigen Gehälter zu zahlen.

Nils Heucke 93426 Roding

 

Handelsblatt Nr. 159 vom 18.08.06 Seite 19

Einfallslose Strategie

Gertrud Hussla, "Aktienrückkäufe - Armutszeugnis" Handelsblatt vom 14. August 2006

Ich hatte mich bislang eigentlich für einen ziemlichen Insider in Sachen Aktien gehalten - gerade auch wegen der zwei Börsengänge, die ich zum Teil selber gemanagt habe. Nun stellen Sie aber mit Ihrem Artikel meine Gedankenwelt ein wenig auf den Kopf.

Wenn Aktienrückkäufe den Wert der ausstehenden Aktien erhöhen, so müsste der Aktienrückkauf - meines Erachtens - mit einer Vernichtung dieser Aktien und der Verteilung des bisherigen Grundkapitals auf die verbleibenden Aktien verbunden sein. Meiner Meinung nach wird durch einen Aktienrückkauf nur der Freefloat reduziert, was zu einer temporär höheren Bewertung der frei verfügbaren Aktien am Markt führen kann. Von einer Umverteilung des Grundkapitals nach einem Aktienrückkauf habe ich noch nie etwas gehört.

In einem muss ich Ihren Ausführungen dringendst zustimmen: Soweit die Aktienrückkäufe nicht zur Befriedigung von Optionsprogrammen verwandt werden, fällt den Managern offensichtlich wirklich nichts mehr ein, um das Unternehmen voranzubringen. Gleichzeitig ist ein Aktienrückkauf die Verhinderung einer höheren Dividende - was dem Diebstahl schon
recht nahe kommt.

Nils Heucke Nils@Heuckes.de

 

Handelsblatt Nr. 114 vom 16.06.06 Seite 21

Zusätzliche Staatsaufgaben "Entschieden unentschieden",

Herzlichen Dank für die Aufklärung darüber, was sich genau hinter dem geplanten Gesundheitsfonds verbirgt obwohl man nach der Lektüre Ihres Artikels das noch gar nicht so genau sagen kann. Eine fast schon typisch volkswirtschaftliche Betrachtungsweise.

Aber ob die Lösung nun eher in die Denkrichtung der SPD oder eher in die der CDU geht, ist im Prinzip völlig egal. Denn was Frau Merkel hier offensichtlich nicht bemerkt ist, dass der Gesundheitsfonds eine zusätzliche staatliche Aufgabe darstellt, für die natürlich viele Beamte benötigt werden, was die Kosten für die staatlichen Strukturen wieder in die Höhe treibt und den Personalabbau des Staates, wie derzeit im Finanzministerium debattiert, konterkariert. Dass man unter dem Begriff "Strukturreformen" in der Politik nicht nur die Verschlankung der staatlichen Strukturen versteht, wird an diesem Beispiel mal wieder offensichtlich.

Nils Heucke Nils@Heuckes.de

Handelsblatt Nr. 53 vom 16.03.07, Seite 19

Was träumen Sie nachts?
Zu unserem Bericht „Bund stärkt IT-Forschung“, 14.3.2007


Da kürzt die Bundesregierung die Forschungsförderung im IT-Sektor um sage und schreibe fast 67 Prozent und hofft trotzdem auf milliardenschwere, neue Forschungsprojekte. Auch im Zusammenhang mit der von der Bundeskanzlerin versprochenen steuerlichen „Verbesserungen zu Gunsten von Forschung und Entwicklung“ darf man die Initiatoren der neuen Forschungsförderung wohl fragen: „Und was träumen Sie nachts?“ Zumal die Bundeskanzlerin auch noch die eigentliche Intention verrät. Allerdings nur für jene, die auch „zwischen den Zeilen“ lesen wollen.

Mit dem aktuellen Kabinettsbeschluss werden die Forschungsaktivitäten quasi unmöglich gemacht oder ins Ausland verlagert, und erst in einem späteren Gesetzgebungsverfahren könnten dann – je nach Kassenlage – die jetzigen Reformen mit einer neuen Reform zurückreformiert werden. Begriffe wie „Planungssicherheit für Unternehmen“, „Langfristigkeit“ oder „Stärkung der IT-Forschung“ sehen irgendwie anders aus.

Nils Heucke

 

Lieber Bargeld auf die Hand
Zu „Die schöne Mär des Aktienrückkaufs“, 8.11.2007